Görlitzer Unterwelten

Der Besuch der Görlitzer Altstadt verspricht eine faszinierende Zeitreise. Nahezu an jeder Ecke der mittelalterlichen Altstadt mit ihren engen, verwinkelten Gassen gibt es ein Stück aus vielen Jahrhunderten Geschichte zu entdecken. Denkmale anders zu erleben, verspricht eine Führung durch die Görlitzer Unterwelten.

Im Erdreich unter Fundamenten sind Schicht für Schicht archäologische Zeugnisse der vergangenen Jahrhunderte konserviert. Bau- und Stadtgeschichte lassen sich so entdecken und erforschen. Was läge also näher, als sich ausführlich mit der Geschichte der Görlitzer Unterwelt zu befassen und sie in einer Führung durch die oft unbemerkten Stätten der Altstadt von Görlitz zu rekonstruieren. Stein auf Stein lassen sich Geschichte und Geschichten neu entdecken.

Termine 2016: 16.04. um 10:00 Uhr und 13:00 Uhr, 21.05. um 10:00 Uhr und 13:00 Uhr, 25.06. um 15:00 Uhr, 16.07. um 18:00 Uhr, 13. 08. um 16 Uhr, 10.09. um 10:00 Uhr und 13:00 Uhr, 22.10. um 13:00 Uhr und 16:00 Uhr - immer Samstags

Jüdisches Leben: Einst und Heute

Während der Führung erfahren die Teilnehmer mehr zur Geschichte jüdischen Lebens in Görlitz. Die Exkursion führt vorbei an den Stätten, die für das jüdische Leben in Görlitz von Bedeutung waren: vom ehemaligen jüdischen Viertel in der Altstadt, der alten Synagoge hin zur 1911 eingeweihten Synagoge, entlang der letzten bekannten Wohnorte Görlitzer Juden. Die Jüdische Gemeinde in Görlitz gilt seit dem 2. Weltkrieg als ausgelöscht, entsprechend wechselvoll gestalteten sich auch die Schicksale der jüdischen Bewohner. Der Blick richtet sich sowohl auf Aspekte der jüdischen Religion, als auch auf interessante Biografien und Geschichten, die mit dem Leben der Görlitzer Juden verbunden sind, sowie in das Kultur- und Geistesleben. Die Führung endet mit dem Besuch der Synagoge auf der Otto-Müller-Strasse.

17.04., 22.05., 26.06., 17.07., 23.10., jeweils um 10:00 Uhr – immer Sonntags

Handel und Handwerk an der Via Regia

Der Lage auf dem alten europäischen Handelsweg Via Regia verdankt Görlitz seinen noch heute sichtbaren Reichtum und seine außergewöhnliche Pracht. Die historische Via Regia verband einst die Handelsräume zwischen Thüringen und Sachsen im Westen sowie Schlesien, Böhmen und Polen im Osten, war während der Jahrhunderte ihres Bestehens Transferweg für Waren und Güter, Menschen und Ideen und eine Zugstrecke für Armeen. Dank ihr entwickelte sich Görlitz im Laufe der Jahrhunderte zu einem einflussreichen Zentrum des Handels und der Wissenschaften, dessen Erbe man heute noch erleben kann. Görlitz zählte nie zu den großen stilbildenden und tonangebenden Metropolen. Das wichtigste einheimische Handelsgut waren die berühmten Görlitzer Tuche. Als Mittlerin beim Transfer von Waren und Ideen auf der via regia zu Bedeutung, Größe und Reichtum gekommen, ist die Geschichte der Europäischen Straße zugleich die beste Metapher, in der sich die Zukunftsvisionen der Stadt Görlitz verdichten und verbildlichen lassen. Die Führung führt zurück zu den Anfängen der Geschichte von Görlitz, bringt aber auch manche Begebenheit längst vergangener Zeiten nahe.

Erleben Sie die Gründerzeit in Görlitz!

Nachdem Görlitz 1815 zu Preussen kam, entwickelte sich die Stadt sehr schnell. Das Gewerbeleben blühte wieder auf und Görlitz nutzte die neuen Möglichkeiten. Die Stadtmauern und –tore mussten abgerissen werden und um die „Altstadt entstand eine „Neustadt“, in der bald die Mehrheit der Görlitzer wohnte. Spätklassizismus und die „Neo-Stile“ dominieren in dieser Zeit. Nach der Jahrhundertwende wurde der Jugendstil dominant und es entstanden neben den „normalen“ Jugendstil-Wohnhäusern viele repräsentative Gebäude wie z.B. die Synagoge, das Kaufhaus, die Kreuzkirche und die Strassburgpassage. Den Höhepunkt erreichte diese Entwicklung vor dem Ersten Weltkrieg.

Görlitzer Bier und Braubürger

Die Herstellung und der Konsum von Bier, auch als "flüssiges Brot" des Mittelalters und der Frühen Neuzeit bekannt, hat eine lange Tradition in Görlitz. Über einhundert Grundstücke in der Stadt besaßen die Berechtigung zum Brauen, und damit verbunden, auch die Erlaubnis zum Ausschank des Getränks. Die wichtigen Görlitzer Familien wie die Frenzel, die Emmerich oder die Schneider waren nicht nur als Tuchhändler, sondern gleichzeitig auch als Braubürger aktiv. Der Rundgang mit Geschichte und Geschichten zum Bier führt vom Rathaus durch die Görlitzer Altstadt, zu den Häusern der wichtigen Görlitzer Familien und zu den ehemaligen Brauhöfen. Neben der wirtschaftlichen und sozialen Bedeutung des Bierbrauens für die Stadt erfahren Teilnehmer Wissenswertes über die Konflikte ums Bier, wie etwa den Bierkrieg mit Zittau, die Auseinandersetzungen mit den Görlitzer Pfarrern, aber auch über die kleinen Rangeleien der Brauhofgäste, die beim Biertrinken und Kartenspielen ausbrachen. Ihren zünftigen Abschluss findet die Bier-Führung in einem der ehemaligen Brauhöfe, natürlich bei einem kühlen Bier.

Mit allen Sinnen – Die barrierefreie Stadtführung

Görlitz ist eine durch und durch besondere Stadt mit ihrer wunderschönen und original erhaltenen Architektur. Bei der barrierefreien Stadtführung wird  nicht nur darauf  geachtet, dass Besucher und Gäste mit  Mobilitätseinschränkung (Gebehinderung, Rollator, Rollstuhl) eine lebendige Stadt kennen lernen, sondern auch sinnlich das Werden der  Stadt über die Jahrhunderte erschliessen. Auf eine Reise der Sinne durch Görlitz, vom Duft alter Gemäuer und Zimmereikunsthandwerks bis hin zu den Temperatur eines mittelalterlichen Brauhofes – sind Teilnehmer eingeladen vieles über die Geschichte und Geschichten aus einer bewegten Vergangenheit aber auch der aktuellen Gegenwart der Stadt kennen zu lernen. Bei der Führung durch Altstadt und Innenstadt ertasten Teilnehmer  Baustile von der Gotik bis zum Jugendstil und hören sich in die besondere Akustik der berühmten Görlitzer Hallenhäuser. Für die barrierefreie Führung besteht die Möglichkeit der Übersetzung in die deutsche Gebärdensprache durch einen Gebärdensprachdolmetscher.

Best of Görlitz: “Görlitz English Classics Tour”

Welcome to the city which for many is simply the most beautiful in Germany. Our English-speaking Görlitz walking tour has been designed to give you an insider’s look at the most popular areas of the city. Magnificent Görlitz, with its opulent Old Town, historical buildings of the Renaissance, Baroque and Wilhelminian era, breathtaking gardens and numerous picturesque corners is an absolutely unmissable must. Our Görlitz Classic Tour offers a complete overview with all the history and all the sights. Guides are legendary for their vast knowledge. Registration: Tickets are available at the local tourist office Görlitz-Information at Obermarkt 32. Call +49 (0) 3581 44 83 54 or mobile phone +49 0179 766 1029 for your reservation and further information.

Zgorzelec – Von der Altstadtbrücke zu St. Bonifatius

Die Gründung von Görlitz war eng mit der Lage an der Neiße verbunden. Mit der Entwicklung von Görlitz  zur Handelsstadt im Mittelalter wird auch das östliche Ufer von Handwerkssiedlungen, später von den mächtigen Anlagen der Gerbereien an der Neiße geprägt. Zu den Handwerkern, die in den ersten Jahrhunderten dort lebten, gehörte auch Jakob Böhme, der bedeutendste Görlitzer. Mit der Entwicklung von Görlitz zur preußischen Großstadt  wuchsen auch östlich der Neiße neue Stadtviertel. Die Gartenstadt, Siedlungshäuser und kleine Villen kamen dazu.  Seit dem Ende des 2. Weltkrieges trennt die Neiße die Stadt in einen polnischen und einen deutschen Teil. Seit den 1960er Jahren wuchs die nun polnische Stadt Zgorzelec durch den Kraftwerksneubau im Süden der Stadt auf über 30.000 Einwohner an. Die vielen Aspekte der Entwicklung in den Jahren nach dem Krieg und in den Zeiten des Kommunismus finden ebenfalls Erklärung bei dieser Stadtführung. Zgorzelec ist heute eine junge und dynamische Stadt. Und das Leben schreibt noch manch andere spannende Geschichte um den Alltag im polnischen Westen. Wieso noch heute so viele Griechen in Zgorzelec leben, und wie die Menschen mit der neuen deutsch-polnischen Verständigung nach 1990 umgehen lernten, gehört dazu.

Auf dem Weg zu Jakob Böhme – mit Schauspiel & Musik

1599 ließ sich der Sohn einer begüterten Bauernfamilie aus Altseidenberg bei Görlitz als Schuster am rechten Ufer der Neiße nieder. Er beschäftigte sich mit der mittelalterlichen Mystik, der jüdischen Kabbala, Luthers Bibelübersetzung und seinen Reformationsideen und mit der Alchemie des Paracelsus. Durch seine Sicht der Einheit von Mensch und Natur scheinen Jakob Böhmes Gedanken zur Menschheit heute aktueller denn je. Auf den Spuren von Jakob Böhme wandelt die Schauspielerin Sabine Euler mit einer Stadtführung die - ohne Lupe, Kneifer und verbissenem Ernst - den Staub von Jacob Böhmes Werken zu pusten sucht und nicht nur erwachsene Görlitzer und Besucher von den Gedanken einer der eigenwilligsten, mutigsten und bedeutendsten Persönlichkeit von Görlitz zu begeistern. Seien Sie dabei, wenn Schauspielerin Sabine Euler mit ihren historischen Handpuppen den mittlerweile weltberühmten Theosophen hier und jetzt zu neuem Leben erweckt - mit einer Prise Schauspiel und Musik.

Es ist jeder Mensch sein eigener Gott und sein eigener Teufel. Zu welcher Qual er sich neigt und einergibt, die treibt und führt ihn, der selben Werkmeisterei wird er. Jakob Böhme

Ein lebendiges Industriedenkmal: Die Görlitzer Landskronbrauerei

Seit 1869 werden in Görlitz ausgezeichnete Biere produziert. Wichtigste Zutat des Landskron Bieres ist und bleibt die Liebe zum Brauhandwerk. Und natürlich viel Zeit: Das Geheimrezept von Landskron ist sein offenes Gärverfahren. In 12 Meter tiefen Gewölbekellern entwickeln die Brau-Spezialitäten in aller Ruhe ihren klassisch guten Geschmack. Die Braumanufaktur in der Südstadt am Flusslauf der Neiße ist ein produzierendes Industriedenkmal. Verschiedene Führungen bieten einen Einblick in Braukunst und die Geschichte der (k)östlichsten Privatbrauerei Deutschlands.

Entdecken Sie mit Görlitzer Themenführungen interessante, spannende Geschichten und Geheimnisse einer faszinierenden Stadt. Für die thematischen Stadtführungen wird jeweils ein ungewöhnlicher Blickwinkel gewählt der neben touristischen Besonderheiten auch die Geschichten aus dem Alltagsleben beleuchtet. Ob auf den Wegen durch die Görlitzer Unterwelten, der der Führung durch die Gründerzeit oder auf dem Weg zum grossen Philosophen Böhme, das Spektrum an Themenführungen durch Görlitz ist breit gefächert.

Reservierungen und Ticketvorverkauf über Görlitz Information | Obermarkt 32 | Erw. 8,50 EUR erm. 6,50 EUR | Tel » 03581 47570

Hausführung: Brauner Hirsch Der Braune Hirsch gilt als eines der weitläufigsten Häuser in der Görlitzer Altstadt und war lange Zeit einer der vornehmsten Gasthöfe und Brauhäuser der Stadt. Das Gebäude am Görlitzer Untermarkt wird in den Ratsakten bereit 1403 als „Roter Hirsch“ erwähnt. Der Bau wurde vielfach umgestaltet und erhielt sein heutiges barockes Aussehen im Jahr 1722. Ein Spiegelbild der Kultur und Geschichte, Anziehungspunkt für zahlreiche Persönlichkeiten, diente das Haus in den letzten Jahren immer wieder als Filmkulisse.  Gehen Sie auf Erkundungsreise durch die Jahrhunderte. Hinweis: Die Führung durch den Braunen Hirsch ist ein Angebot vom Förderverein Kulturstadt Görlitz. Terminanfragen, Reservierungen und Tickets für die Führungen richten Sie bitte an das Büro am Untermarkt Link www.fvks.eu

Bild ©Stadtrundfahrten Koinzer
Bild ©Stadtrundfahrten Koinzer

Stadtrundfahrten Ob Stadtrundfahrten mit dem Kleinbus, Reisebus oder dem Oldtimer, Görlitz bietet vielfach spannende und unterhaltsame Fortbewegungs- möglichkeiten. Von Pferdestärken angezogen, laden zwei Kremsergespanne zur Fahrt ein in der Saison 2012. Dauer der Fahrt je nach Anbieter 1 - 2 Stunden.

 

Mit dem Ziel Obermarkt am Heroldbrunnen steuern alle Fuhrbetriebe den Einganz zur Altstadt direkt an. Die Haltestellen finden sich markiert an der ehemaligen Franziskanerkirche am Obermarkt.